Niemand braucht sie. Trotzdem kommen sie in der Pubertät wie das Amen im Gebet – die lästigen Mitesser und Pickel. Rund 80 bis
90 Prozent aller Jugendlichen leiden unter einer mehr oder weniger schweren Form von Akne.
Akne ist nicht ansteckend und auch nicht gefährlich. Sie kann aber für die Betroffenen psychisch sehr belastend sein. Allein der Blick in den Spiegel genügt, um Weltuntergangsstimmung zu erzeugen. Verzweifeln muss trotzdem niemand. Denn es gibt wirksame Mittel und Therapien. Der Klagenfurter Dermatologe Dr. Michael Adamitsch sprach mit uns über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Akne.
Wie entsteht Akne?
Akne ist eine Erkrankung der Talgdrüsen der Haut. Sie kann bereits ab dem 10. bis 12. Lebensjahr auftreten und hat etwas mit den hormonellen Umstellungen des Körpers zu tun. Durch die überschießende Produktion männlicher Sexualhormone (Androgene) in der Pubertät kommt es zu einer erhöhten Aktivität der Talgdrüsen und zur vermehrten Bildung von Hautfett (Talg). Staut sich dieser Talg durch Verhornung der
Talgdrüsen - Ausführungsgänge, entwickeln sich Mitesser (Komedone), die oft an der Spitze einen schwarzen Punkt haben. Ausgelöst durch Akne-Bakterien können sich rote Knötchen (Papeln) bilden, die zu eitrigen Pusteln werden. Dr. Adamitsch rät den Betroffenen: „Auch wenn es noch so schwer ist - Händeweg und nicht selbst herumdoktern! Denn das mechanische Einwirken und Quetschen kann zur Entzündung des umliegenden Gewebes führen.“
Wird Akne vererbt?
Bei der Entstehung von Akne spielen vermutlich genetische Faktoren eine Rolle. Wenn die Eltern eine starke Akne hatten, sind höchstwahrscheinlich
auch deren Kinder davon betroffen. Aber nicht nur Jugendliche – auch Erwachsene können unter Akne-Problemen leiden.
Mögliche Auslöser: Hormone, Medikamente, Stress, Chemikalien, Kosmetika etc.
Was hilft gegen Akne?
Der erste Schritt in der Akne-Behandlung ist immer die Gesichtsreinigung. Die Haut sollte entfettet werden. Wichtig: nicht zu aggressive und scharfe Mittel verwenden. Wer unsicher ist, lässt sich in der Apotheke beraten. Den Hautfacharzt sucht man am besten auf, wenn sich die Akne noch im Anfangsstadium befindet. Spätestens aber, wenn große, schmerzende Pickel auftreten oder Narben sichtbar werden. Gegen leichtere Akne-Formen hilft meist eine örtliche Behandlung mit Cremen, Gels oder Tinkturen, die Azelainsäure, Benzoylperoxid oder Retinoide enthalten. Sie sind zum Teil antibakteriell und sorgen für eine Art „Schäleffekt“. Schwere entzündliche Verläufe der Akne werden über mehrere Wochen hinweg mit Antibiotika behandelt.
Alternative für Mädchen: Eine spezielle Form der Pille, die Anti-Androgene enthält.
Last-butnot-least: Wenn durch andere Therapien keine zufriedenstellende Wirkung erzielt werden kann, verschreibt der Arzt ein Medikament mit dem Wirkstoff Isotretinoin. Dieses hat zwar einige unangenehme Nebenwirkungen wie trockene Lippen und Schleimhäute – es hilft aber in 85 bis 90 Prozent aller Fälle.
Quelle gesundes Kärnten GKK






































